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Buchübersicht

Globale Abkühlung im letzten Jahrhundert

Außer den drei sehr eisigen Kriegswintern in Nordeuropa von 1939-1942 bereitete der Mensch dem Erdball auch im Pazifik und Nordatlantik sein bisher größtes Klima- Ändere-Dich-Szenario.Mit dem Überfall der Japaner aufPearl Harbour mit mehreren Dutzend Kriegsschiffen und mehreren hundert Bombern am 7.Dezember 1941, wurde ein neues Kapitel zum Thema Klima-Veränderung aufgeschlagen, das fünf Jahre dauerte. Erst 1946/47 waren die meisten der 200.000 Seeminen beseitigt. Das ‚Alle-Ozeane-Experiment’ zeigte schnell Erfolge: Das Klima änderte sich deutlich, indem es für 40 lange Jahre merklich kälter wurde. Es wurde so kalt, dass ernsthaft über eine neue Eiszeit gesprochen wurde.


Aus dem europäischen Seekrieg war Ende 1941 ein globaler geworden. Große Seegebiete des Atlantischen und Pazifischen Ozeans wurden von gewaltigen Flotten durchgerührt und von hunderttausenden Bomben und Minen bis in Tiefen von mehr als hundert Metern durchgemischt. Die starke Erwärmungsphase der Weltmeere, die seit Ende des 1. Weltkrieges, vom nördlichen Nordatlantik ausgehend, Europa für 20 Jahre merklich erwärmt hatte, schlug ins Gegenteil um. Der Mensch hatte die Klima-Richtung ein zweites Mal neu justiert. Genau genommen hatte das Unheil bereits am 1. September 1939 begonnen. Hitlers Kriegsmaschinerie und die der anderen am Krieg beteiligten Kriegsmarinen verschoben die natürlichen Seewasserbedingungen in nur vier Monaten so drastisch, dass bereits der erste Kriegwinter die Kleine Eiszeit zurück nach Europa holte. Seit über 100 Jahren war es nicht mehr so kalt gewesen, nachdem Nord- und Ostseefrühzeitig ihres Wärmevorrates beraubt worden waren. Das wiederholte sich bis Winter 1941/42 als sich der Seekrieg über alle Meere der nördlichen Hemisphäre ausbreitete.


 Jede korrekte Antwort auf die Frage, was denn nun die anhaltende Abkühlungsphase verursacht hat, würde heute nachhaltige politische Konsequenzen nach sich ziehen. Der „Gebrauch“ der Meere, in jeder nur denkbaren Weise, käme auf den Prüfstand. Die Kaltperiode von 1940 bis 1980 kann nur vom Meer gekommen sein. Immerhin kann für die Abkühlphase niemand den CO2-Ausstoß oder die Produktion anderer so genannter Treibhausgase verantwortlich machen.


Um es noch einmal aufzunehmen - es gab in dieser Zeit auch keine größere Naturkatastrophe, die geeignet gewesen wäre, das Klima nachhaltig zu verändern: kein großes Erdbeben, keinen den Himmel verdunkelnden Vulkan-Ausbruch wie damals beimKrakatau, keinen Meteoriten-Einschlag, keinenTsunami,und auch die Sonne fiel nicht mit besonderen sog. Sonnen-Flecken aus dem Strahlen-Rahmen. Und obwohl die Natur einen unspektakulären Kurs steuerte, aber Industrieschlote und wachsender Autoverkehr den Treibhaushimmel speisten, wurde es nicht wärmer, sondern merklich kälter.


Wenn aber die Ursache keine externe Komponente gehabt hat, dann muss eine ozean-interne Konstellation den Klimawechsel1939/40, bzw. nach Pearl Harbour ab Dezember 1941 herbeigeführt haben. Da die vorliegende Untersuchung Klima als „Fortsetzung der Meere mit anderen Mitteln“ definiert, (wobei das „andere Mittel“ Luftfeuchtigkeit statt Wasser ist), kommen nur die Meere und Seen als Klimaveränderer in den Jahren 1940 bis 1980 in Betracht
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In den Ozeanen haben völlig unbemerkt interne Verschiebungen stattgefunden, die letztlich zu der globalen Abkühlung führten. Ein äußerer Eingriff hat auf die innere Struktur und den Aufbau von Meeresgebieten in einer Weise eingewirkt, die zu einer deutlich messbaren globalen Abkühlung führte.

In vorausgegangenen Buchkapiteln wurde der Nachweis geführt, dass der Seekrieg in Nord- und Ostsee, sowie im östlichen Nordatlantik drei extrem kalte Winter in Nordeuropa von 1939/40-1941/42  generierte. Das Zusammenwirken dieser zwei sehr unterschiedlichen Faktoren führte deutlich erkennbar zu regionalen Wettermodifikationen.

Schlussfolgerung: Wenn ein regionaler Seekrieg das regionale Wetter beeinflussen kann, dann kann ein globaler Seekrieg das globale Klima verändern. Allerdings ist der Nachweis in der globalen Wirkungschwerer zu führen als auf regionaler Ebene.  Grund dafür ist das Problem, sich auf einen bestimmten Zeitraum - zum Beispiel die Winterzeit - zu konzentrieren. Das liegt zum einen an denunvergleichlich größeren Wassermassen, die im globalen Maßstab zu berücksichtigen sind und damit die Reduktion auf eine Jahreszeit erschweren.Hinzu kommt der Umstand, dass eine globale Erfassung mit sehr unterschiedlichen geographischen, physikalischen und saisonalen Bedingungen zu tun hätte. Darüber hinaus ist es heute unmöglich, einigermaßen detailliert feststellen zu können, wann, wo, und wie seekriegerische Aktivitäten unmittelbaren Einfluss auf bestimmte Seegebiete hatten. Die seinerzeit gesammelten Seewassertemperaturen sind dafür leider keine solide Grundlage[1].


Was damals versäumt wurde, wenigstens in groben Zügen zu dokumentieren, lässt sich heute kaum nachholen. Gleichwohl ist keine dieser Einschränkungen auch nur annähernd stark genug, die Frage nicht stellen zu können:  Was veranlasste die Ozeane vor 65 Jahren, ohne erkennbare Gründe, das globale Klima für vier lange Dekaden herunterzukühlen?  


[1] Bernaerts, Arnd; ‘Reliability of sea-surface temperature data taken during war time in the Pacific’, presented at Symposium on Resource Development, August 8-9, 1997, Hong Kong, in: PACON 97 Proceedings, pp. 240-250; ( www.ozeanklima.de- Pacific SST”).; derselbe: „Are Atlantic sea-surface temperature measurements taken during World War II”, paper submitted at the Oceanology International 1998 Conference, “The Global Ocean”, 10-13 March 1998, Brighton/UK; published in Conference Proceedings Vol.1, pp 121-130. ( www.ozeanklima.de-“Atlantic SST).


Weltkugelfoto von der Nasa