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Der Überfall auf Norwegen verursacht den
kältesten Winter rund ums
Skagerrak – 1940/41.

 
Arnd Bernaerts, 26 November 2010

Viele glauben, das sich das Klima von alleine regelt. Vermutlich auch viele Skandinavier die rund um das Skagerrak leben. Bisher hat sich jedenfalls noch keiner bei den Deutschen beschwert, dass mit der Besetzung von Dänemark und Norwegen vor 70 Jahren, die Region von einem Rekordwinter heimgesucht wurde. War der militärische Aufmarsch über See und die unzähligen Seegefechte ein Teil der Ursache? 

Fest steht, das der unmittelbar drauf folgenden Winter extrem kalt wurde. Die Region um das Skagerrak, Süd-Norwegen, West-Schweden und Nord-Dänemark wurden mit den kältesten Temperaturen seit vielen Dekaden konfrontiert. Global betrachtet war die ganze Welt in den drei Wintermonaten, Dezember, Januar und Februar 1940/41 (D/J/F) wärmer als das Mittel über den Zeitraum von 1900-1939 (siehe: Fig.1, D/J/F, Giss). Nur von West-Europa bis zum Kaukasus waren die

Figure 2

Figure 3

Temperaturen extrem niedrig.  Selbst der letzte ungewöhnlich kalte Winter 2009/2010, war im Vergleich mit der Situation vor 70 Jahren noch gemäßigt. An der Station Oslo-Blindern waren die  mittleren Wintertemperaturen (D/J/F-1940/41) um gut 3°C kälter als im Vergleichzeitraum im Winter 2009/10[1], mit dem noch bestehenden Rekord von – 26°C im Januar 1940[2], gegenüber der Tiefstmarke im letzten Winter mit -20.5 °C (9. Jan. 2010)[3] (siehe Fig.2, D/J/F; und Fig. 3, jährlich, Giss). Bereits kurz darauf stellten norwegische Forscher fest, das in Norwegen zu keinem anderen Zeitpunkt je so tiefe Temperaturen gemessen worden seien[4]. Sollte das Zufall gewesen sein?

Den Vorfall als natürliche Variable abzuhaken wäre ein schwerer Fehler wenn zu diesem Extremwinter der Mensch beigetragen hat.  Gerade die Ereignisse rund ums Skagerrak über einen Zeitraum von wenigen Monaten deuten auf einen Zusammenhang hin. Dazu muss man sich nur kurz in Erinnerung rufen, das die 1930er Jahre die wärmste Dekade seit dem Ende der Kleinen Eiszeit (ca. 1850) war. Das wurde plötzlich mit Beginn des 2. Weltkrieg beendet, als schon der Winter 1939/40 der kälteste Winter in Europa seit 100 Jahren wurde. Der dritte Kriegswinter 1941/42 übertraf in manchen Regionen sogar den ersten. Erhebliche militärische Aktivitäten in der Ostsee gingen diesen beiden Wintern voraus. Demgegenüber war die deutsche Kriegsmarine ab April 1940 ganz vorrangig in der Nordsee eingesetzt. Anfang  April 1940 startete die Kriegsmarine das Unternehmen „Weserübung“ (Norwegian Campaign) , siehe Fig.4, mit rund 100 Kriegschiffen und an die 1’000 Flugzeugen. Über die verleibenden Monate des Jahres 1940 war das Skagerrak und die norwegische Küste bis hoch nach Narvik Kriegschauplatz, mit unzähligen Ereignissen die tief in die Wasserstrukturen der betroffenen Seegebiete eingriffen.

Ausführlich: - C -     Drei Kriegswinter bringen Rekordkälte;
Kälte-Zentrum Skagerrak - Winter 1940/41;
http://www.seatraining.de/C/C.html

Figure 4

Figure 5


Im mittleren und südlichen Schweden war der Januar 1941 kälter als der vorausgegangen Januar 1940 und an einigen Orten kälter als im Jahr 1860, mit den größten Abweichungen im inneren von Götaland und im nördlichen Dalarna. Für Dänemark war es der kälteste Januar seit 1874, wobei es in Nord-Jütland 6°C kälter war als in Süd-Jütland. Der dänische Allzeitrekord mit –30°C wurde am 29 Januar 1941 nahe Vyborg gemessen.  Auch entlang der norwegischen Südküste wurden folgende Abweichungen vom Januarmittel (1901-1930) gemessen: Oslo/Blindern  –8.3°C; Ferder/Oslofjord -7°C; Lyngor (zwischen Ferder und Kristiansand) –7.9°C, und Oksoy (nahe Kristansand) –7.3°C.[5]

Das Kältezentrum erstreckte sich von London bis nach Stockholm (s. Fig.1). Der Grund war eine zu geringe Wärmereserve in der Nordsee, wobei das Skagerrak ebenfalls mit zu niedrigen Wassertemperaturen beigetragen hat. Das ist mit großen Kriegflotten und Kampfhandlungen über die Herbstmonate schnell erreicht.  Hinzu kommt eine Besonderheit des Skagerrak, das entlang der norwegischen Südküste eine Wassertiefe bis zu 700 Metern hat. Im
Fig. 6
 August liegt die Temperaturdifferenz bei 10°C (s. Fig. 5) Jeder Wasseraustausch zwischen oben und unten würde die Oberflächentemperatur rasant verändern. Mit großen Wasserverschiebungen kann die Kriegmarine einen erheblichen Beitrag für den Extremwinter rund ums Skagerrak beigetragen haben (s. Fig. 6).

Ob es so war wie geschildert oder ganz anders, wissen wir selbst 70 Jahre später nicht. Nie hat sich die Klimawissenschaft dafür interessiert. Seit Jahren wird von ihr behauptet, dass der Mensch die Atmosphäre aufheizt, doch ob der Überfall auf Norwegen auch unmittelbar einen Extremwinter verursacht hat, hat sie keine Ahnung. Kompetenz sieht wohl anders aus.

Ausführlich dazu:
“Krieg verändert Klima -Der Seekrieg Effekt“
Books on Demand
ISBN 978-3-8334-6061-6, Paperback, 156 Seiten, (unverbl.: Euro 17,-)


 
In Deutsch Online: http://www.seatraining.de/index.html
In English Online:
http://climate-ocean.com/


[1] Die Kalkulation basiert of Zahlen für das Jahr 1941 im Jahrbuch des Norwegischen Inst. (deviation from average 1901-1930), und for 2009/10 from Met/No the difference between monthly average and “Normal” (wie Fn. 3) in direktem Vergleich. 

[2] Hesselberg, TH., and Birkeland, B.J. (1944); ‘The continuation of the secular variations of the climate of Norway 1940-50’, in: Geofysiske Publikasjoner Vol. XV. No. 5. , Bergen 1944-56; p.14, Table C.   

[3] Meterologisk Insitiute, Norway, Olso/Blindern at: http://www.yr.no/place/Norway/Oslo/Oslo/Frognerparken/statistics.html  

[4] Hesselberg et al.,  op. cit.

[5] Information and data from: ”Occupation of Norway - Return of Ice Age (3_11)”, at: http://climate-ocean.com/03_11-Dateien/03_11.htm